Die Prognose von Rückenschmerzen hängt stark davon ab, welche Präventionsmaßnahmen ergriffen werden.

    Im Folgenden finden Sie zunächst eine Aufzählung der Präventionsmöglichkeiten und danach Details zur Prognose.

     

    Prävention von Rückenschmerzen

    Die häufigste Ursache vieler Rückenschmerzen – sowohl akut als auch chronisch – ist eine Schädigung der Bandscheibe (Discus). Das Ziel der Prävention ist:
    1. Zu verhindern, dass neue Schäden an der Bandscheibe entstehen
    2. Bedingungen zu schaffen, damit geschädigtes Gewebe bestmöglich heilen kann

    Präventive Empfehlungen


    • Nehmen Sie Körpersignale ernst:
    - Machen Sie rechtzeitig Pause, wenn der Rücken ermüdet
    - Beenden Sie eine Tätigkeit sofort, wenn der Rücken schmerzt oder schmerzhafter wird

    • Bitten Sie jemanden zu überprüfen, ob Ihr Rücken beim Seitenschlafen auf der Matratze gerade liegt. Falls nicht, ziehen Sie den Kauf einer maßgeschneiderten Matratze in Betracht.
    • Führen Sie täglich unter Anleitung eines Therapeuten Übungen durch, die den Rücken beweglich halten, ohne ihn zu überlasten;
    • Wenn der Rücken später am Tag (wieder) steifer wird, wiederholen Sie die Übungen;
    • Gönnen Sie sich zusätzliche Pausen bei rückenbelastenden Tätigkeiten, an die Sie nicht gewöhnt sind;
    • Steigern Sie die Belastbarkeit durch (medizinisches) Fitnesstraining, aber sehr allmählich. Überfordern Sie sich nicht und machen Sie keine Bauchmuskelübungen ohne Anleitung eines Therapeuten (mehr Infos: Bauch- und Rückenmuskulaturübungen);
    • Bewegen Sie sich viel: Gehen, Radfahren, Schwimmen. Steigern Sie von dreimal täglich 5 Minuten Gehen (Ende der akuten Phase) bis so oft und so lange, wie es möglich und angenehm ist (mehr Infos: Wirkung von aktivem Bewegen);
    • Vermeiden Sie so viel wie möglich das Bücken und ganz besonders wiederholtes Bücken (mehr Infos: Risiko Bücken);
    • Wenn Bücken unvermeidbar ist, gehen Sie in die Knie und beugen Sie den Rücken so wenig wie möglich (mehr Infos: Risiko Bücken);
    • Heben Sie nur so viel, wie es nicht zu Ermüdung oder Schmerzen im Rücken führt.
    • Vermeiden Sie Haltungen, bei denen der Rücken gekrümmt ist. Hängen Sie nicht zusammengesunken auf dem Sofa und sitzen Sie nicht zu lange in einer Position;
    • Stehen Sie regelmäßig auf und wechseln Sie regelmäßig zwischen Sitzen, Gehen (und falls nötig auch Liegen) ab.
    • Seien Sie nach einer langen Autofahrt vorsichtig mit Belastung und Bewegung. Der Rücken ist dann empfindlicher (mehr Infos: Wirkung statischer Belastung);
    • Verwenden Sie die Lendenstütze des Auto- und Bürostuhls oder, falls nicht vorhanden, ein externes Lendenkissen. Letzteres auch zu Hause auf dem Sofa oder in einem Stuhl;
    • Wenn sich der Rücken müde oder besonders schmerzhaft anfühlt, legen Sie sich auch kurz auf die Seite mit einem Körperkissen zwischen den Knien und eventuell auf den Rücken mit angezogenen Beinen und einem dicken Kissen unter den Knien;


    Prognose von Rückenschmerzen bei guter Prävention

     

    Viele Rückenschmerzen entstehen durch Schäden an der Bandscheibe (Discus), aber es gibt natürlich auch viele andere Ursachen. Das macht einen Unterschied in der Prognose.


    A) Prognose von Schäden an der Bandscheibe (Hexenschuss, Hernie und viele chronische Rückenschmerzen)

    Die Prognose bei Hexenschuss und Hernie hängt von der Schädigung der Bandscheibe ab. Außerdem hängt sie stark davon ab, welche Präventionsmaßnahmen ergriffen werden. Ohne präventive Maßnahmen verzögert sich nicht nur die Heilung, sondern es besteht auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, erneut Rückenschmerzen zu bekommen.
    Die Heilung des Gewebes im Anulus benötigt Zeit. Die Fasern bestehen aus Kollagen-Bindegewebe, das langsam heilt. Bei ausreichenden präventiven Maßnahmen und Übungen bessert sich der Zustand meist schnell (nach ein bis mehreren Monaten). Der Rücken ist dann wieder relativ belastbar. Nach etwa 3 Jahren kann die Bandscheibe vollständig geheilt sein. Es bleibt in jedem Stadium ratsam, nicht maximal zu belasten und bei den ersten Körpersignalen, die anzeigen, dass die Belastungsgrenze erreicht ist (Müdigkeit im Rücken), aufzuhören.


    B) Prognose bei Gelenkschmerzen und Muskelkrankheiten

    Die Prognose bei Erkrankungen des Rückens, bei denen Gelenkschmerzen auftreten, wie Rheuma und Morbus Bechterew, ist so stark von den jeweiligen Umständen abhängig, dass keine allgemein gültigen Aussagen getroffen werden können.
    Die Prognose bei Muskelproblemen variiert ebenfalls stark und hängt von der genauen Ursache ab.
    Unabhängig von der Ursache der Beschwerden muss sich der Körper nachts von der Belastung des Tages erholen. Das gilt für Muskeln, Bänder, Gelenke, Bandscheiben usw. Und um optimal zu regenerieren, ist es sehr wichtig, dass der Körper nachts in einer möglichst entspannten Haltung liegt. Für mehr Informationen klicken Sie auf: optimal erholen während des Schlafs.
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